Wolf Biermann
„Menschlich fühl ich mich verbunden mit den armen Stasi-Hunden, die bei Schnee und Regengüssen mühsam auf mich achten müssen“
(aus Die Stasi-Ballade)
Eines der aufregendsten Leben der Schriftsteller aus der DDR Literatur hatte sicherlich Wolf Biermann. Geboren am 15. November 1936 in Hamburg, siedelte der deutsche Liedermacher und Lyriker bereits 1953, mit siebzehn Jahren, in die DDR über. Biermann begann dort sein Studium an der Humboldt Universität zu Berlin zuerst in Politischer Ökonomie, anschließend wechselte er allerdings zu Philosophie und Mathematik. 1963 schloss Wolf Biermann sein Philosophiestudium mit einem erfolgreichen Diplom ab, das ihm allerdings auf politischen Gründen nicht ausgehändigt wurde. Ab 1960 begann Biermann Lieder zu schreiben und öffentlich zu singen. 1963 erhielt der Liedermacher Biermann sein erstes kurzweiliges Auftrittsverbot, dem sollten in seiner Karriere in der DDR Literatur noch viele weitere folgen. 1964 hatte Biermann seinen ersten Auftritt in der BRD, von dem es eine Aufnahme gibt, die auf LP gepresst wurde und als sein erstes BRD Album gelten kann. Im selben Jahr brachte Biermann seinen ersten Lyrikband Die Drahtharfe heraus und erhielt erneut ein totales Auftrittsverbot von der SED. Die Staatssicherheit nahm ihn immer mehr als einen entscheidenden Störfaktor in der DDR Literatur war, und so wurde ein 20-Punkte-Plan entwickelt zur Zersetzung der Person Biermann. 1968 erschien sein erstes offizielles Album in der BRD, das Biermann mit geschmuggeltem Tonbandgerät und Mirko heimlich in seiner Wohnung aufnahm. Ein Jahr später erhielt er für eben dieses Album den Fontane-Preis, den er bei der Verleihung der APO widmete, was in dieser Zeit einem Affront gleichkam. 1976 wurde Biermann zu einer Konzertreihe in der BRD eingeladen, die die IG-Metall organisierte und erhielt dafür auch eine Reiseerlaubnis von den DDR Behörden. Das erste Konzert dieser Reihe fand in der Kölner Sporthalle statt. Biermann kritisierte wie bereits einige Male zuvor SED und Stasi, dieses Konzert nahmen jene schließlich als Ausbürgerungsgrund. Sie verweigerten Biermann die Rückreise in die DDR. Die Schriftsteller der DDR Literatur reagierten empört und protestierten gegen Biermanns Ausweisung. Diese Proteste gegen die SED führten allerdings nur dazu, dass Hausarreste, Publikationsverbote und andere Repressionen ausgesprochen wurden. Infolgedessen verließen etwa 100 Schriftsteller der DDR Literatur den Staat in Richtung Westdeutschland. Biermann setzte seine Karriere in der BRD und auch im vereinigten Deutschland fort, er übte weiterhin immer wieder Kritik am sozialistischen Staat, obwohl Biermann sich ursprünglich mal zum wahren Sozialismus bekannt hatte.
Heute lebt und schreibt Wolf Biermann wieder in Hamburg.
Preise/ Ehrungen:
1969 Fontae-Preis
1991 Georg-Büchner-Preis, Mörike-Preis
1993 Heinrich-Heine-Preis
2006 Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik, Großes Bundesverdienstkreuz
2007 Ehrenbürger der Stadt Berlin
2008 Ehrendoktor an der Humboldt Universität zu Berlin
- natwich29, Mär, 2010 DDR Autoren
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