Heiner Müller

“Die Funktion von Kunst besteht […] darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen.”
(aus Irrtümer)

Heiner Müller gilt als der bekannteste Dramatiker der DDR Literatur. Neben seiner Tätigkeit als Dramatiker schrieb er allerdings auch Lyrik, Prosa und theoretische Texte. Heiner Müller war Regisseur, Intendant und Präsident der Akademie der Künste in Berlin (Ost). Geboren am 9. Januar 1929 in Eppendorf (Sachsen), wurde er bereits 1954 Mitglied im DSV, im Deutschen Schriftstellerverband, der ausschließlich für Autoren der DDR Literatur ins Leben gerufen worden war. Heiner Müller arbeitete an diversen DDR Zeitschriften wie der FDJ Zeitschrift Junge Kunst mit, war aber auch am Maxim-Gorki-Theater in Berlin tätig. Als sein Stück Die Umsiedlerin direkt nach der Uraufführung abgesetzt und verboten wurde, schloss man Heiner Müller ebenfalls aus dem DSV aus. Anschließend wurden Heiner Müllers Stücke nur noch im Ausland, wie den USA oder eben auch Westdeutschland, uraufgeführt. Nachdem er 1988 schließlich Mitglied der Akademie der Künste in Berlin (Ost) wurde, nahm man ihn auch wieder im DSV auf. Seit 1988 arbeitete Heiner Müller erstmals als Regisseur, 1990 integrierte er sein Stück Hamletmaschine in eine mehrstündige Hamletinszenierung mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle. Gemeinsam mit Peter Zadek, Matthias Langhoff und anderen übernahm er 1992 das Berliner Ensemble. Seine letzte Inszenierung ist das Brechtstück Arturo Ui, das seit 1995 dem Todesjahr des Autors bis heute noch im gleichen Theater läuft, mittlerweile hat es über 350 Aufführungen gegeben. Am 30. Dezember 1995 verstarb der Autor, Dramatiker, Intendant und Regisseur Heiner Müller schließlich in Berlin an Krebs.

ADN-ZB Link 4.11.89 Berlin: Demonstration<br />
500.000 Bürger beteiligten sich an einer Demonstration für den Inhalt der Artikel 27 und 28 der Verfassung der DDR. Auf dem anschließenden Meeting auf dem Alexanderplatz ergriff auch der Dramatiker Heiner Müller das Wort.

Preise/Ehrungen:
1959 Heinrich-Mann-Preis (DDR)
1975 Lessing-Preis der DDR
1985 Georg-Büchner-Preis
1986 Nationalpreis erster Klasse für Kunst und Kultur (DDR)
1990 Kleist-Preis