Anna Seghers

„Ich verstand, dass es nichts gab, was man nicht schreiben kann.“

Geboren als Netty Reiling am 19. November 1900, leistete Anna Seghers bereits im ersten Weltkrieg Kriegsdiensthilfe. Nach dem Krieg machte beendete sie 1920 ihr Abitur und begann ein Studium in Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie in Heidelberg und Köln. Bereits 1924 promovierte Anna Seghers an der Universität Heidelberg und publizierte 1927 einer ihrer ersten Veröffentlichungen unter dem Künstlernamen Segehrs, ohne Vornamen. Dies lies die Kritiker der Zeit annehmen, es handle sich hierbei um einen Mann. 1928 kam ihr erstes Buch Aufstand der Fischer von St. Barbara unter ihrem vollen Pseudonym Anna Seghers heraus. Auf Vorschlag des Schriftstellers Hans Henny Jahnn erhielt sie dafür den Kleist-preis.
Nach der Machtübernahme Hitlers wurde Anna Seghers von der Gestapo für kurze Zeit inhaftiert, da sie eine orthodoxe Jüdin war, ihre Bücher wurden verboten und brannten bei den Bücherverbrennungen im dritten reich. Gemeinsam mit ihren zwei Kindern floh Anna Seghers in die Schweiz und von da aus nach Paris. Dort arbeitet sie für deutsche Emigrantenzeitschriften und war Mitgründerin des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller. Als Paris schließlich auch besezt wurde, floh Anna Seghers mit ihren Kindern nach Afrika, wo sie sich bemühte ihren Mann aus einer Inhaftierung zu befreien. Im März 1941 floh die gesamte Familie nach Mexiko-City. Auch hier gründete Anna Seghers einen Klub für verfolgte deutsche Schriftsteller, den antifaschistischen Heinrich-Heine-Klub. 1942 erschien dann ihr berühmtester Roman Das siebte Kreuz, in den USA auf englisch und in Mexiko-City auf deutsch. Nach einem schweren Autounfall 1943 schließt sich ein langer Krankenhausaufenthalt an, während dem Anna Seghers nicht schreiben kann. 1947 kehrt Anna Seghers mit ihrer Familie zurück nach Berlin und lebt anfangs als Mitglied der SED in Westberlin. 1950 siedelt Anna Seghers nach Ostberlin um und wird Mitglied des Weltfriedensrates und der Deutschen Akademie der Künste (Ost). Ab 1952 steht sie dem DSV, dem Deutschen Schriftstellerverband als Präsidentin bis 1978 vor; als Heiner Müller 1961 aus eben jenem Verband ausgeschlossen wird, stimmt sie dagegen. Anna Seghers stirbt schließlich am 1. Juni 1983 in Berlin.

ADN-ZB/Junge/29.6.1953/Nationalpreisträger Seghers und Kuba diskutieren mit Berliner Bauarbeitern. Die bekannten Schriftsteller und Nationalpreisträger Anna Seghers und Kuba traf man am 29.6.53 auf der Baustelle der Deutschen Staatsoper Unter den Linden, wo sie mit den Bauarbeitern über die große Bedeutung der jüngsten Beschlüsse unserer Regierung diskutierten.<br />
U.B.z.: Leninpreis- und Nationalpreisträgerin Anna Seghers (Mitte) in reger Diskussion mit den Bauarbeitern, die viele Fragen zu den neuesten Ereignissen stellen.

Preise/ Ehrungen:
1928 Kleist-Preis
1947 Georg-Büchner-Preis
1951 Nationalpreis der DDR (ebenso 1959 und 1971)
1975 Ehrenbürger von Berlin
1980 Held der Arbeit

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