20 Jahre deutsche Einheit

„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“

(Willy Brandt)

Das wichtigste Datum der jüngsten deutschen Geschichte nähert sich seinem 20. Jubiläum: der Tag der deutschen Einheit. Am 3. Oktober 2010 feiert Deutschland 20 Jahre deutsche Einheit. Sowohl in der BRD als auch in der DDR 1990 feierte man die Wiedervereinigung des von 1949 bis 1990 geteilte Deutschland mit einer großen Proklamation, bei der Richard von Weizäcker, damaliger Bundespräsident der BRD, die neue Präambel des Grundgesetzbuches verlas, die deutsche Nationalhymne gesunden, die Nationalflagge gehisst, sowie die Freiheitsglocken geläutet wurden.


Von diesem Tag an wurde der 3. Oktober zum Nationalfeiertag der BRD erklärt, als einziger deutscher Feiertag, den der Bund eingesetzt hat, alle anderen werden auf Länderebene entschieden. Mit 20 Jahre deutsche Einheit feiert Deutschland ein einzigartiges Jubiläum, zu dem wir unsere gemeinsame Vergangenheit reflektieren sollte, in Bezug auf Erfolge und mögliche Niederlagen. Im besonderen Fokus steht dabei die DDR Literatur.
Mit dem Ende der DDR 1990 endete auch die Zeit der DDR Literatur. Eine spannende und einzigartige Literatur, die es so danach nicht mehr gegeben hat…
Auf der Suche nach der verlorenen DDR Literatur soll hier ein kurzer Blick in die Literaturgeschichte der DDR und ihre literarische Entwicklung in 40 ihrem 40jährigem Bestehen geworfen werden. Außerdem werden die drei erfolgreichsten Autoren, Heiner Müller, Anna Seghers und Wolf Biermann vorgestellt. Mit dem Ende der DDR 1990, ging vielleicht die Ideologie eines Staates verloren, seine Autoren hielten jedoch zum Teil an der DDR Literatur fest und haben weiter über ihre Lebensrealität in jener, sowohl über die positive wie die negativen Erlebnisse, geschrieben…

20 Jahre deutsche Einheit Buchempfehlungen

Die schönsten Erzählungen: Seghers, Anna
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Das siebte Kreuz: Seghers, Anna
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Die Stücke Tl. 1: Müller, Heiner
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Germania Tod in Berlin; Der Auftrag: Müller, Heiner
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Die Ausbürgerung: Biermann, Wolf
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Berlin, du deutsche deutsche Frau: Biermann, Wolf
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Am kürzeren Ende der Sonnenallee: Brussig, Thomas
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Helden wie wir: Brussig, Thomas
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Herr Lehmann: Regener, Sven
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Zonenkinder: Hensel, Jana
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Der Turm: Tellkamp, Uwe
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Neues Leben, neues Schreiben?: Thomas, Fabian
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Trabbi, Sandmann, Pioniere: Baganz, Dorothee
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Die heile Welt der Diktatur: Wolle, Stefan
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Nackt unter Wölfen: Apitz, Bruno
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Kennung: Kant, Hermann
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Der geteilte Himmel: Wolf, Christa
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Links:
DRR Literatur auf Wikipedia
Wikipedia zur deutschen Wiedervereinigung
Homepage Anna Seghers
Homepage Wolf Biermann
Homepage Heiner Müller

DDR Literatur

„Das Beste an der DDR war der Traum, den wir von ihr hatten.”

(Hermann Kant)

Da die DDR ein kommunistischer Staat war, war auch die Literaturszene zentralistisch organisiert. Die Aufgabe, die der DDR Literatur zukommen sollte, war zum einen die gesellschaftlichen Veränderungen zu beschreiben und zum anderen diese aktiv mitzugestalten. Man kann also von einer regelrechten Literaturpolitik sprechen.
Ab den 60er Jahren wurde die DDR Literatur auch in Westdeutschland als eigenständige Literatur anerkannt, die zwar nicht durch eine eigene Sprache, aber aufgrund einer eigenen Thematik, die Lebensrealität der DDR, gekennzeichnet war. Die anfänglichen Unterschiede zwischen der west- und der ostdeutschen Literatur nahmen gegen Ende der DDR 1990 immer stärker ab.
Chronologisch lässt sich die DDR Literatur in vier Phasen einteilen, die Aufbauliteratur der Anfänge, die Bitterfelder Weg und der Sozialistsiche Realismus in den 50er, die Ankunftsliteratur der 60er Jahre, die Liberalisierung und die Untergrundliteratur der 70er und 80er Jahre.

Aufbauliteratur

Die Aufbauliteratur steht für die Anfänge der DDR und der DDR Literatur, man sah den Kommunismus und die marxistsichen Lebensregeln noch nicht als durch gesetzt an, deshalb kam der DDR Literatur eine didaktische Funktion zu. Als eine Art Volkserzieher sollten ihre Werke den Aufbau eines kommunistischen Staates unterstützen und ein Ideal zeichnen, wie man den Sozialismus positiv in sein Alltagsleben integriert. Deshalb war der Hauptprotagonist der DDR Literatur in ihren Anfängen meist ein etwas älterer, erfahrener Arbeiter, der mithilft eine große Industrieanlage aufzubauen und das Projekt nach einigen Hindernissen zum Erfolg führt.

Autoren: Bruno Apitz, Johannes R. Becher, Anna Seghers, Bertold Brecht

Bitterfelder Weg und Sozialer Realismus

Die DDR Literatur wurde von zwei literarischen Konzepten grundlegend geprägt, zum einen war das der Bitterfelder Weg, zum anderen der Soziale Realismus.
Der so genannte Bitterfelder Weg wurde von der SED initiiert und sollte Literaten bzw. Künstler und Arbeiter näher zusammenbringen. Indem man die Akteure der DDR Literatur in die Betriebe schickte, und die Arbeiter, in den Industrieanlagen dazu aufforderte selbst kreativ zu werden, erhoffte man sich eine Angleichung der bestehenden Verhältnisse. Da jedoch die Autoren der DDR Literatur wenig Interesse daran hatten, sich in den Fabriken aktiv zu betätigen und auch die Arbeiter nicht zum Schreiben animiert werden konnten, musste der Bitterfelder Weg bald als fehlgeschlagen akzeptiert werden.
Der Soziale Realismus hingegen wurde nicht von einer bestimmten Partei in die DDR Literatur integriert, sondern entwickelte sich in Eigendynamik. Er galt jedoch als offizielle kunsttheorie in der DDR Literatu, dessen primäre Funktion wie bereits aus der Aufbauliteratur bekannt, die Massenerziehung war. Die DDR Literatur im Gedanken des Sozialen Realismus musste entsprechenden Kriterien genügen um publiziert zu werden. Die DDR Literatur des Sozialen Realismus musste einen ideologisch determinierten Inhalt haben, die marxistischen Parteilichkeit zur Schau stellen, sie musste vorbildlich, volkstümlich und allgemein verständlich sein und der Held drufte ausschließlich positive Motive verfolgen.

Autoren: Heiner Müller, Friedrich Wolf, Erich Loest